Schulhaus

Biodiversität - die biologische Vielfalt

„Es spielt halt alles zusammen, alles ist von allem abhängig“, schloss Amtsförster Kurt Kamber seine Ausführungen zur Biodiversität. Er war es auch, der mit der Vorschlag an die Stufenleitung der ISS Flühli herantrat, etwas zu diesem Thema zu machen. Das Jahr 2010 ist nämlich von der UNO zum Jahr der Biodiversität erklärt worden. „Biodiversität – was ist das überhaupt“, war denn auch die erste Frage eines Schülers. Unter Biodiversität versteht man die biologische Vielfalt der Arten und die kann man sehr gut in den heimischen Wäldern beobachten. Mit dieser Idee kontaktierte Kurt Kamber die Obmänner der  fünf Jagdreviere (Hagleren, Schwändelifluh, Beichlen, Schratte und Schwarzenegg) in Flühli, welche sich sofort bereit erklärten, an einem Projekttag mit der zweiten Klasse der ISS Flühli mit zu arbeiten.

Treffpunkt war um 6:30 Uhr und das Wetter lud nicht gerade dazu ein, den Morgen im Wald zu verbringen. Mit Regenschutz, Feldstecher und Bergschuhen ausgerüstet waren jedoch alle gut gelaunt. Jeder Jäger nahm eine Schülergruppe in seine Obhut und fuhr mit den SchülerInnen in sein Jagdrevier. „Welche Pflanzen wachsen hier, welche Hinweise auf Wildtiere gibt es“, waren die Fragestellungen. Liegen die Blätter der Pestwurz beispielsweise mit der weissen Seite nach oben, deutet das auf Gämsen hin. Diese fressen nämlich nur die Stängel der mit dem Rhabarber verwandten Pflanze und lassen das bittere Blatt liegen. Dass Hirsche grossen Wert auf Zahnhygiene legen, indem sie ihre Zähne durch das Schälen von Baumrinden abnutzen, war auch den meisten unbekannt.

Nach der dreistündigen Wildbeobachtung wurden alle in die Jagdhütte Steinbödeli zum Znüni mit Schoggimutschli und Tee eingeladen. Gastgeber Hans Wicki, Obmann der Jagdgesellschaft Hagleren erzählte beim Kaffee, früher sei die Zusammenarbeit zwischen Forst und Jagd nicht immer gut gewesen. Das habe sich gewandelt, so müssen heute Aspiranten  für die Jagdprüfung über eine gute Kenntnis der heimischen Pflanzen verfügen. Früher habe man sich mehr aufs Schiessen konzentriert und die „Blüemli“ vernachlässigt.

Nach der Pause suchten die SchülerInnen verschiedene Bäume und Sträucher und brachten Zweige mit. Zurück in der Jagdhütte wurden die Fundstücke ausgebreitet und bestimmt. Kurt Kamber zeigte anhand der Fundstücke die Zusammenhänge und Abhängigkeiten der verschiedenen Lebewesen auf. So entstand ein grosses Netz.

Zum Abschluss wurden noch Würste und Brot aufgetischt, was wie auch das Znüni von den Jadgesellschaften offeriert wurde. „Eine gelungene Sache, so etwas müsste man jedes Jahr machen“, resümierte Hans Emmenegger und seine Kollegen pflichteten ihm bei.

Dass es so viele verschiedene Pflanzen und Tiere bei uns gibt und sie so stark voneinander abhängig sind, war für die SchülerInnen eine beeindruckende Erkenntnis. (tg)

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